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Vom Sixpack zum Coolpack – Diese Fehler bei Sport und Fitness schädigen die Gesundheit des Mannes nachhaltig.

Usingen. Sport und ein athletischer Körperbau gehören bereits seit der Antike zu unserer Vorstellung eines gesunden Mannes. Doch dieses Idealbild wird bei Weitem nicht von jedem Mann erfüllt. Sei es altersbedingt oder durch üppiges Schlemmen, welches das Sixpack am Bauch geschickt verdeckt, gerade die Zeit am Jahresanfang ist geprägt von guten Vorsätzen, endlich dem Traumkörper etwas näher zu kommen. Doch nicht immer läuft dabei alles glatt. Nicht wenige Sportler riskieren durch die Einnahme von muskelaufbauenden Substanzen, wie Anabolika, neben Impotenz und Unfruchtbarkeit vor allem auch Nierenschäden und ein durch und durch „unmännliches“ Brustwachstum. Doch genauso sind oft schon Jugendliche gefährdet, durch eine Überbelastung der Gelenke und Knochen beim „Pumpen“ von Gewichten, ihre Gesundheit nachhaltig zu schädigen. „Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG) warnt deshalb ganz aktuell vor den Folgen des alljährlich neu aufflammenden, oft aber falschverstandenen Ehrgeizes in deutschen Fitnessstudios“, merkt Prof. Dr. med. Frank Sommer an, Präsident der DGMG und Deutschlands erster Professor für Männergesundheit.

Medikamentenmissbrauch beim Leistungs- oder Kraftsport ist an sich nichts Neues. Doch längst haben auch viele Freizeitsportler leistungssteigernde Präparate sowie schmerzlindernde Medikamente für sich entdeckt. Ihr Glaube: schneller und vermeintlich sehr viel einfacher zur gewünschten Traumfigur zu kommen. Sie sind dabei nicht allein: Mittlerweile bauen geschätzt bis zu 400.000 Kraftsportler in Deutschland auf Steroide und Anabolika. Die Dunkelziffer liegt sicher noch weitaus höher. Nebenwirkungen treten häufig sehr früh auf und lassen so manchen Traum vom Adonis platzen. Die Folgen sind oftmals sogar verheerend. „Die Männer bekommen wieder Pickel wie pubertäre Jungs, eine sogenannte Steroid-Akne. Darüber hinaus können Verstimmungen und Depressionen auftreten“, so Prof. Sommer weiter. Besonders groß wird der Leidensdruck, wenn den „starken“ Männern plötzlich Brüste wachsen. Der Arzt spricht dann von der Gynäkomastie. Ebenso kommt es nicht selten zu wiederholten Erektionsstörungen. Was also nützt Mann ein toller Körper, wenn er seine Reize später nicht mehr im Sinne eines sexuellen Erfolges einsetzen kann? Spätestens damit ist das Selbstbild vom „omnipotenten“ Tiger auch für den Betroffenen selbst zerstört.
Das Problem des Missbrauchs von leistungssteigernden Substanzen allerdings ist im Fitnessbereich nicht allein durch Ärzte für Männergesundheit und deren Aufklärungsinitiative zu lösen. Vielmehr ist nach Ansicht der DGMG die Politik gefordert, hier mehr Prävention bereits an Schulen zu ermöglichen und den meist im Verborgenen blühenden Handel mit Anabolika zu unterbinden.

Jedoch braucht es nicht immer verbotener Substanzen, um sich als sportlicher Mann nachhaltig die Gesundheit zu ruinieren. Zwar hat das Krafttraining im Jugendalter den großen Vorteil, dass es nie wieder im Leben so einfach sein wird, ganz natürlich und schnell attraktive Muskeln aufzubauen. Das Männerhormon Testosteron erreicht nämlich um das 18. Lebensjahr herum seinen Gipfel, was wiederum den Muskelaufbau erleichtert. Doch was das Krafttraining auf der einen Seite in jungen Jahren zu einem echten Kinderspiel werden lässt, macht die Jugendlichen gleichzeitig anfälliger für Gelenk- und Knochenschäden. „Haltebänder und Knochen sind bei den Heranwachsenden noch nicht voll entwickelt, solange das Körperwachstum noch nicht gänzlich abgeschlossen ist. Dies ist erst mit 21 Jahren der Fall“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Magnus Baumhäkel, 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V.
Daher gilt: Während leichtes Training und Bewegungsprogramme sich günstig auf den sich entwickelnden jugendlichen Körper auswirken, muss nach heutigem Kenntnisstand von intensivem Krafttraining abgeraten werden. Insbesondere bei Jugendlichen unter 21 Jahren sind die Wachstumszonen der Knochen noch nicht geschlossen. Dadurch können sie überhaupt erst in die Länge wachsen. Die kräftigen Druck- und Zugbelastungen während des Krafttrainings an Geräten mit zusätzlichen Gewichten können diese Wachstumszonen an den Armen und Beinen zu früh verknöchern lassen und der Junge hört auf zu wachsen. Ferner sind die Bänder, Knorpel und Knochen der Gelenke noch weich und anders als beim Erwachsenen nicht in der Lage, die Kräfte beim Gewichtestemmen abzufangen und auszugleichen. Es drohen Gelenkschäden, die im späteren Leben als echte Arthrose zu Entzündungen, Schmerzen und notwendigen Operationen führen können. So mutiert schließlich der frühe Wunsch nach dem Sixpack zu einem Leben mit dem Coolpack.

Jugendliche sind eben keine kleinen Erwachsenen. Sie stellen andere Anforderungen an das Training und dies sollte sich auch in einem individuellen Trainingsprogramm für Kinder und Jugendliche widerspiegeln. Besonders wichtig ist dabei, dass Jugendliche ihren Körper und die Muskulatur nur bis zur Höhe ihres eigenen Körpergewichts belasten. Dadurch hat der Körper ausreichend Zeit, sich langsam den veränderten Gewichten und Maßen anzupassen. Außerdem sollten stets ein Muskel (Agonist) und sein jeweiliger Gegenspieler (Antagonist) trainiert werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine kräftige Brustpartie mit einem kräftigen Rücken beantwortet werden sollte, um langfristig Haltungsschäden zu vermeiden.
Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. erfüllen daher die folgenden Übungen alle notwendigen Kriterien für einen gesunden Kraftaufbau bei Jugendlichen: Liegestütze, Klimmzüge, modifizierte Klappmesser, Kniebeugen und Beinheben in Bauchlage (Prinzip von Agonist und Antagonist). Abwechslung im Trainingsprogramm lässt sich durch leichte Anpassung und Abwandlung der Übungen erreichen.
Das Trainingsprogramm „3 x 3 x 3“ (Gratis-Download auf www.mann-und-gesundheit.com)zeigt, wie man mit minimalem Einsatz an 3 Tagen in der Woche mit jeweils 3 Übungen 3 Minuten lang effektvoll trainieren kann.
So braucht der heranwachsende Mann eigentlich überhaupt keine schweren Hanteln mehr, um seinen Körper ausreichend und effektvoll zu trainieren.

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V.
Am Dornbusch 19
61250 Usingen

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